Dem Frühling auf der Spur rund um Alverdissen

Das erste Quartal des Jahres 2015 ist ja schon wieder vorbei und wir haben Ostern. Da wird es Zeit, sich mal auf die Suche nach dem Frühling zu machen.

Anfang April ist das ja meist nicht so ganz einfach, weil hier in Alverdissen im nordlippischen Bergland (das liegt ganz im Osten Nordrhein-Westfalens) manchmal noch Schnee liegt. Aber in diesem Jahr ging der Herbst ja gleich in den Frühling über und so wurde ich dann doch fündig.

Der für mich wichtigste Frühlingsbote, über dessen Rückkehr ich mich in jedem Jahr immer ganz besonders freue, ist der Rotmilan. Wir haben im Lipperland und dem angrenzenden Landkreis Hameln-Pyrmont das große Glück, Brut-Heimat dieser imposanten Greifvögel zu sein. Hätten wir nicht bereits die Lippische Rose, dann würde sicherlich der Rotmilan unser Kreiswappen zieren!

Rotmilan im Flug - Foto: © Martina Berg

Rotmilan im Flug – Foto: © Martina Berg

Alverdissen ist ein noch sehr durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Leider – oder vielleicht doch besser zum Glück? – kann man ein weiteres untrügliches Zeichen für den nahenden Frühling nicht im Bild festhalten: den stechenden Güllegeruch, der momentan die Luft erfüllt. Alle Bauern sind derzeit unterwegs, um ihre Felder mit Jauche zu düngen.

Gülledüngung - Foto: © Martina Berg

Gülledüngung – Foto: © Martina Berg

Auf vielen Feldern sprießt auch bereits das erste Grün – meist ist es Wintergerste, die sich hier bereits aus der Erde wagt.

Frisches Grün auf einem Acker - Foto: © Martina Berg

Frisches Grün auf einem Acker – Foto: © Martina Berg

Osterglocken dürfen in einem Bericht über die ersten Frühlingsboten natürlich nicht fehlen. Diese hier habe ich im Garten eines Nachbarn entdeckt – in meiner „windigen Ecke“ kommen sie meist erst zwei Wochen später ans Tageslicht.

Osterglocken - Foto: © Martina Berg

Osterglocken – Foto: © Martina Berg

Mein Fahrrad habe ich auch bereits aus dem Winterschlaf geholt. Ich nutzte jede freie Minute, um damit die nähere Umgebung zu erkunden. Das Bild unten zeigt eines meiner Lieblings-Farrad-Ziele: unseren Aussichtturm auf dem nahen Saalberg. Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich um die Überreste einer alten Windmühle. Man hat von dort oben eine ganz fantastischen Aussicht bis zum Teutoburger Wald und ins Weserbergland. An besonders klaren Tagen reicht die Sicht sogar bis zum Brocken im Harz!

Naturschutzgebiet Windmühlenstumpf (Barntrup) - Foto: © Martina Berg

Naturschutzgebiet Windmühlenstumpf (Barntrup) – Foto: © Martina Berg

Bei meiner Radtour entdeckte ich auch bereits die ersten Lerchensporn-Sprösslinge . In den lichten Wäldern rund um den Windmühlenstumpf entfaltet sich dann in einigen Wochen ein wahrer Blütenteppich in weiß und lila. Hier mal ein Foto aus dem letzten Jahr – Hohler Lerchensporn soweit das Auge reicht:

Hohler Lerchensporn - Foto: © Martina Berg

Hohler Lerchensporn – Foto: © Martina Berg

Das war meine Ausbeute auf der Suche nach dem Frühling. Dabei ist nicht ein Foto direkt aus der Stadt. Gibt es hier ja auch nicht wirklich, Alverdissen ist nun mal ein sehr kleiner Flecken. Und Fotos von Krokussen und Weidekätzchen in Vorgärten kann ja Jeder. Hier im lippischen Nordosten findet man den Frühling am ehesten „JWD“ (janz weit draussen).

Haben Sie den Frühling auch schon gefunden? Der Wetterbericht verspricht ja noch einen traumhaften Ostermontag. Also nix wie raus und suchen!

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Über Martina Berg (48 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.

4 Kommentare zu Dem Frühling auf der Spur rund um Alverdissen

  1. Das war ein sehr schöner Bericht und beim Foto des Rotmilan geht einem das Herz auf. Was für ein hübsches Tier und lehrreich war Dein Post auch gleich noch dazu.

    Ob das stimmt, was ich mal hörte? Das gerade der Rotmilan schwer mit den Windrädern zu tun hat und oft an oder durch die verunglückt. Hm, vielleicht weißt Du darauf Antwort?

    Nana

    • Martina Berg // 5. April 2015 um 19:00 // Antworten

      Hallo Nana!

      Ja, alle Greifvögel sind gefährdet, wenn sie den Windkraftanlagen zu nah kommen. Zum Glück stehen unsere Windräder hier vor Ort weit weg von den Greifvogelrevieren. Soviel ich weiß, gab es hier noch keine Todesfälle.

      LG, Martina

  2. Wow, das Foto mit dem Rotmilan gefällt mir super gut und das mit der Gülle kenne auch nur zu gut. Am schlimmsten ist es für mich, das unser Hund Sami eine ganz andere Meinung zur Gülle hat 🙂
    Astrid

    • Hallo Astrid!

      Das Foto war das einzige vorzeugbare aus etwa 100 Bildern – aber dieses eine war es wert. Schön, dass es Dir gefällt. Und dein Sami liebt die Gülle wahrscheinlich so sehr, dass er am liebsten darin badet? 😉

      LG, Martina

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