Telefonieren im EU-Ausland wird endlich günstiger

Wer mit seinem Handy im EU-Ausland unterwegs ist, muss sich seit Juni 2017 keine Sorgen mehr um horrende Roaming-Gebühren machen. Die Reisenden telefonieren zu den gleichen Bedingungen wie in ihrem Heimatland, sprich: Der nationale Tarif des Verbrauchers gilt auch im EU-Ausland. Das gilt uneingeschränkt für Telefonate ins Festnetz, ins Mobilfunknetz und für den Versand von Textnachrichten (SMS) sowie die Nutzung des mobilen Internets, sofern letztere nicht über eine Flatrate abgerechnet wird.

Foto von Paul Martin Lester (Author’s own work.) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Sonderfall Datenflatrate
Denn eine Handy Flatrate für das mobile Internet berechtigt nicht automatisch zum unbegrenzten Surfen im EU-Ausland, erklären die Mobilfunkexperten von DeutschlandSIM. In diesem Fall muss der Anbieter seinen Kunden darüber informieren, wie viel Datenvolumen er ohne Zusatzkosten verbrauchen darf. Alternativ kann der Reisende auch selbst rechnen: Dazu teilt man die Gesamtkosten für den Handy-Vertrag mit Flatrate durch 7,70 EUR und multipliziert das Ergebnis mit dem Faktor 2. Wer also für seinen Handyvertrag 35 Euro monatlich bezahlt, darf während des Aufenthalts im EU-Ausland 9,1 GB Daten verbrauchen (2 x (35 / 7,70) = 9,1).

Desweiteren muss der Mobilfunkanbieter eine Obergrenze für die Kosten der Datenübertragungen im EU-Ausland festlegen, um den Kunden vor bösen Überraschungen bei der Rechnung zu schützen. Standardmäßig liegt diese bei 50 Euro. Sind 80% dieses Betrags erreicht, muss der Dienstleister seinen Kunden darüber informieren. Reagiert der Kunde darauf nicht oder möchte er die Obergrenze nicht unterschreiten, wird die Internetverbindung bei Erreichen des Höchstbetrags gesperrt.

Keine dauerhafte Nutzung im Ausland möglich
Doch Vorsicht: Wer jetzt hofft, einen günstigen ausländischen Vertrag abschließen zu können und damit zu Hause günstig telefonieren und surfen zu können, der irrt sich. Bedingung für den Wegfall der Roaming-Gebühren ist die sogenannte „angemessene Nutzung“ oder „Fair-Use-Regelung“. Das Handy muss also übers Jahr betrachtet länger im Inland als im Ausland genutzt werden.

Weiterhin Roaming-Gebühren in Nicht-EU-Ländern
Die oben beschriebenen Regelungen gelten nur für Reisen in die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie nach Island, Norwegen und Liechtenstein. In allen anderen Ländern fallen weiterhin Roaming-Gebühren für die Handy-Nutzung an – es sei denn, man nutzt einen Vertrag mit internationalem Inklusiv-Volumen. Wer sich unsicher ist, fragt im Zweifelsfall am besten direkt beim eigenen Anbieter nach.

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Über Martina Berg (47 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.

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