St. Kilian in Lügde – hier feierte Karl der Große Weihnachten

Der deutsche Kaiser Karl der Große soll im Jahr 784 hier das Weihnachtsfest gefeiert haben: in der Kilianskirche im lippischen Lügde. Und obwohl bis heute dafür die Beweise fehlen, könnte das durchaus stimmen. Denn bereits um 780 stand an der Stelle des heutigen Gotteshauses als Vorgängerbau eine kleine Hallenkirche, die von Mönchen aus dem Bistum Würzburg errichtet wurde. Die kamen ins Lipperland, um die damals hier lebenden Sachsen zum Christentum zu bekehren.

Schon diese erste Kirche wurde dem heiligen Kilian (* vielleicht um 640 in Mullagh, County Cavan, Irland; † angeblich um 689 in Würzburg) geweiht. Dieser Missionsbischof starb den Märtyrertod und wurde 758 heilig gesprochen.

Der heutige Bau ist eine romanische kreuzförmige Gewölbebasilika mit hohem Mittelschiff und niedrigen Seitenschiffen. Er entstand gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Schlicht und mächtig trohnt St. Kilian etwas außerhalb der Altstadt von Lügde an der Höxterstraße auf einer kleinen Anhöhe.

Umgeben ist die trutzige Kirche von einem Friedhof. In unmittelbarer Nähe sind noch einige alte Grabsteine erhalten. Besonders bemerkenswert ist ein altes Grabkreuz mit einer eigentümlich primitiven Darstellung des Gekreuzigten in unmittelbarer Nähe des Eingangs.

Die Gründung der Stadt Lügde um 1240 führte zum Bau einer neuen Kirche innerhalb der Stadtmauern. Trotzdem blieb St. Kilian auch weiterhin Pfarr- und Friedhofskirche. Heute wird die Kirche nur noch in der Zeit von Ostern bis Allerheiligen von der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien für Gottesdienste genutzt. Außerdem finden traditionell am Ostermontag anlässlich des jährlich stattfindenden Osterräderlaufes und im Rahmen des Schützenfestes am 2. Juliwochenende Messen statt. Die Kilianskirche wird auch gerne für Hochzeiten und kirchliche Konzerte genutzt.

Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche Reparaturen und – zum Glück nur kleinere – Umbauten. Um 1580 wurden im Zuge der Reformation die Wandmalereien übertüncht und die Altäre entfernt. Bereits 1624 wird Lügde wieder katholisch, die Kilianskirche erhält eine neue Glocke, einen Boden aus Sollingsandstein und zwei neue Altäre. Von 1971 bis 1976 erfolgte eine umfassende Gesamtrestaurierung und eine weitere Restaurierung wurde erst 2011 abgeschlossen.

Die Kilianskirche in Lügde ist eines der ältesten Baudenkmäler Westfalens und ein markantes Wahrzeichen der Stadt Lügde.

 

 

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Über Martina Berg (47 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.