Die Salzstadt Bad Salzuflen

Salz ist noch heute das Kapital der Kurstadt Bad Salzuflen. Immerhin neun solehaltige Quellen gibt es im Stadtgebiet. Und deren heilsame Wirkung zieht Kurgäste und Touristen aus ganz Deutschland an.

Gradierwerk in Bad Salzuflen - Foto: © Martina Berg

Gradierwerk in Bad Salzuflen – Foto: © Martina Berg

Bad Salzuflen – Salzstadt seit über 1000 Jahren

Fast 1000 Jahre zuvor sorgten die Salzsieder dafür, das aus dem Salzwasser Gold wurde. Denn das weiße Gold, wie man das Salz damals nannte, wurde tatsächlich mit echtem Gold aufgewogen. So kam es, dass Bad Salzuflen während des Mittelalters immer zu den wohlhabenden Orten zählte.

Rathaus Bad Salzuflen - Foto: © Martina Berg

Rathaus Bad Salzuflen – Foto: © Martina Berg

Mitte des 11. Jahrhunderts trug die Siedlung noch den Namen „Uflon“. Den spätere Zusatz „Salz“ erwarb der Ort, weil der Paderborner Bischof „Uflon“ (oder auch „Uflen“) als Salzstätte dem Kloster Abdinghof schenkte. Ein wahrlich großzügiges Geschenk, denn Salz war nicht nur als Speisewürze gefragt. Da es noch keine Kühlschränke gab, war es in großen mengen nötig, um Fleisch und Fische damit haltbar zu machen. Die nächste „Namenserweiterung“, das „Bad“ erhielt Bad Salzuflen erst am 14. April 1914, obwohl die Gründung des fürstlich lippischen Solebades da bereits 100 Jahre zurücklag.

Der Salzhof – Salzsieder und Paulinenquelle

Auf dem heutigen Salzhof soll sich die Saline befunden haben, in der im Mittelalter durch Verdunstung aus der Sole das Salz gewonnen wurde. Das machte Sinn, denn dort sprudelte die salzhaltigste Sole Salzuflens. Heute gibt es hier wieder eine Quelle: die 1802 erbohrte Paulinenquelle.

Paulinenquelle in Bad Salzuflen - Foto: © Martina Berg

Paulinenquelle in Bad Salzuflen – Foto: © Martina Berg

Schon früh entdeckten die Salzsieder, dass sich die Verdunstung des Wassers durch Erhitzen beschleunigen ließ. Innerhalb weniger Jahrhunderte war der dichte Wald, der ursprünglich die Stat umgab, fast vollständig abgeholzt und verfeuert. Das „Uflon“ im Namen entsprach nicht mehr den Tatsachen, denn „Uflon“ stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutete „Am Wald“.

Leopoldsprudel in Bad Salzuflen - Foto: © Martina Berg

Leopoldsprudel in Bad Salzuflen – Foto: © Martina Berg

Der Dreißigjährige Krieg beendete den Salzhandel

Der Dreißgjährige Krieg wütete auch im Lipperland und brachte den Salzhandel fast vollständig zum Erliegen. Die Salinen wurden stillgelegt, Bad Salzuflen verlor seine Haupteinnahmequelle und die Bevölkerung verarmte. Erst im 18. Jahrhundert wurde die Salzproduktion wieder aufgenommen. Allerdings profitierte jetzt nur noch der neue Besitzer der Salinen, der lippische Landesherr, davon. Erst mit der Gründung des Fürstlich-lippischen Solebades 1818 kam durch das Salz wieder Geld in die Stadt.

An die Hochzeit der Salzsieder des Mittelalters erinnert das Salzsieder-Denkmal, dass seit 1988 am Rande des Salzhofes in der Nähe der Paulinen-Quelle steht. Die Bildhauerin Marianne Bleeke-Ehret hat die Skulptur geschaffen. Sie stellt einen Salzwerker bei der Arbeit an der Siedepfanne dar.

Salzsiederdenkmal in Bad Salzuflen - Foto: © Martina Berg

Salzsiederdenkmal in Bad Salzuflen – Foto: © Martina Berg

Bad Salzuflen heute: Trinkkuren, Bäder und Gradierwerke

Heute wird das Wasser der Bad Salzufler Solequellen für Trinkkuren, Bäder und zur Gradierung (Freiluft-Inhalation) verwendet. Dazu rieselt die Sole über aus Dornenhecken bestehende Gradierwerke. Das Wasser verdunstet dabei und in unmittelbarer Nähe wird aus lippischer Landluft gesunde Nordseeluft, die wohltuend auf die Atemwege wirkt.

Bad Salzuflen ist immer einen Besuch wert – gönnen Sie sich doch einmal einen Kurlaub im schönen lippischen Kurort.

 

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Über Martina Berg (47 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.

2 Kommentare zu Die Salzstadt Bad Salzuflen

  1. Ihr Artikel ist wirklich außergewöhnlich interessant und informativ. Da kann ich noch einige Anregungen für meine eigene Website mitnehmen. Ich würde mich auch über einen Besuch auf meiner Seite freuen. Dort finden sich auch zahlreiche Fotos aus Bad Salzuflen und der näheren Umgebung.

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